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Die Wasserzeichendatenbank

Bernstein: The Memory of Paper

Die Neukatalogisierung der Sammlung A-Sd Reihe A bot der RISM-Arbeitsgruppe Gelegenheit, eine systematische und vollständige Dokumentation der in der Sammlung auftretenden Papiere und Wasserzeichen als Hilfsmittel zur Datierung und Provenienzbestimmung der untersuchten Quellen vorzunehmen. Die für eine Identizierung von Papieren herangezogenen Elemente eines Wasserzeichens sind:

  • Schriftzeichen, die den Namen des Papiermeisters, der Papiermühle etc. in Klartext oder häuger in Initialen wiedergibt oder, wie der in italienischen Papieren der Region Toscolano häufig anzutreffende Schriftzug "REAL", eine Qualitätsangabe beinhaltet. 
  • Diverse graphische Elemente; die innerhalb einer Papiermühle oft über Generationen 'gleich' bleiben und eine Art Markenzeichen (u. a. auch zur Bezeichnung diverser Papierqualitäten) darstellen, die tatsächlich jedoch mehr oder weniger geringfügig variieren und wie alle anderen Wasserzeichenelemente selbst bei Zwillingsschöpfformen - in forensischem Sinne - von Form zu Form unterschiedlich sind. 
  • Stegabdrücke, die ursprünglich nicht als Wasserzeichenelemente im eigentlichen Sinn aufgefasst wurden, die aber genauso "Fingerprint"- Charakter tragen und wie bewusst angebrachte Wasserzeichen zur Identifzierung beitragen können.

Die Dokumentation der Wasserzeichen erfolgte zunächst durch die Anfertigung von Durchzeichnun gen auf Transparentpapier. Dabei wurden die Stege durch Striche angedeutet. Jedem Wasserzeichen wurde eine eindeutige Bezeichnung zugeordnet, die entsprechend den Regeln von RISM aus den enthaltenen Schriftzeichen (meist Initialen) sowie einer in eckigen Klammern beigefügten verbalen Beschreibung in englischer Sprache gebildet ist. Dabei wurden, um die Wiederauffindbarkeit in der RISM-Datenbank zu gewährleisten, grundsätzlich Initialen und andere Schriftzeichen (so vorhanden) an den Anfang gestellt. Zeilenumbrüche sind durch einen vertikalen Strich gekennzeichnet.

Parallel zur Verzeichnung in der RISM-Datenbank wurde eine separate Datenbank aller dokumentierten Papiere angelegt. Diese enthält neben den standardisierten Beschreibungen auch die Durchzeichnungen in digitalisierter Form sowie weiterführende Informationen zu den jeweiligen Papiermühlen und deren Papiermeistern, zu Datierungen sowie die Konkordanzen zu den einzelnen katalogisierten Musikalien.

2012 wurde diese Datenbank in den Bestand der Online-Plattform Bernstein: The Memory of Paper integriert und von dort aus zu den Datensätzen der RISM-Datenbank verlinkt.