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Keine Chance für Mozart − Erzbischof Hieronymus Colloredo und seine Hofkapellmeister…

...unter diesem Motto wurde vom 4. bis 6. März 2011 von der RISM-Arbeitsgruppe Salzburg ein musikwissenschaftliches Symposium zu Leben, Werk und Umfeld des letzten Salzburger Hofkapellmeisters Luigi Gatti (1740−1817) abgehalten. Es war als österreichischer Beitrag zu einem transalpinen Veranstaltungscluster rund um den in Lazise am Gardasee geborenen Opern- und Kirchenkomponisten angelegt, dessen italienischer Teil im Oktober 2010 vom Conservatorio "Lucio Campiani" in Mantua veranstaltet wurde.

Der von seinen Zeitgenossen hoch verehrte Komponist wirkte in seiner ersten Lebenshälfte vornehmlich in Mantua, wo er zunächst die Laufbahn eines Geistlichen einschlug, bevor er sich zunehmend der Musik widmete. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Musiker der Mantuaner Hofkirche Santa Barbara gründete sein baldiger Ruhm vor allem auf der Komposition von Opern, die über Mantua hinaus ausstrahlten und am Höhepunkt seiner italienischen Karriere auch am Theatro alla Scala in Mailand aufgeführt wurden. Im Augenblick dieses Erfolges wurde Gatti von Hieronymus Colloredo für das Salzburger Hofkapellmeisteramt engagiert, das er ab Anfang der 1780er Jahre für ca. 35 Jahre bekleidete. In Salzburg schuf Gatti ein umfangreiches Corpus geistlicher Musik, in dem sich sein Herkommen aus dem italienischen Rokoko und der neapolitanischen Operntradition mit neuen Elementen des klassischen Stils verband.

Gattis Wirken als Komponist und Organisator der Salzburger Hofmusik sollte in dem Symposium ebenso nachgegangen werden wie den kulturhistorischen Voraussetzungen und Folgen, die seine Bestellung hatte. Dass er einst gegenüber den Mozarts oder Michael Haydn bevorzugt wurde, auch dass er heute vor allem in Italien geschätzt wird, während seine Wiederentdeckung nördlich der Alpen noch aussteht, eröffnete Perspektiven auf unterschiedliche nationale Wahrnehmungs- und Rezeptionsweisen, denen die Veranstalter durch ihren binationalen Forschungsansatz gerecht zu werden bestrebt waren. Initiator der wissenschaftlichen Kooperation ist der italienische Musikforscher und führende Gatti-Spezialist Alessandro Lattanzi, der das Mantuaner Zwillingssymposum in enger Abstimmung mit seinen Salzburger Kollegen Mag. Dr. Eva Neumayr und Mag. Lars E. Laubhold organisierte. Im Rahmen der Veranstaltuing wurde die Musik Luigi Gattis auch in praktischer Ausübung gewürdigt - in zwei Konzerten sowie der vermutlich ersten Wiederaufführung der großen, zur 1200-Jahr-Feier des Erzstiftes Salzburg im Jahr 1882 komponierten Rupertusmesse im Rahmen der Domliturgie. Die Publikation der Tagungsergebnisse konnte im Januar 2014 mit dem Erscheinen des <media 727 - - "TEXT, Gatti Leseprobe, Gatti_Leseprobe.pdf, 1.1 MB">Tagungsbandes</media> abgeschlossen werden.

Als weiteres Teilergebnis erschien bereits im Sommer 2012 die ORF-CD: <media 729 - - "TEXT, GATTICD BL, GATTICD_BL.pdf, 449 KB">Keine Chance für Mozart ... Salzburger Kammermusik um 1800. Gatti - Haydn -Mozart, ORF-CD 3136, © 2012.</media> Sie entstand auf Anregung der RISM Arbeitsgruppe Salzburg als Studioneuproduktion eines Kammerkonzertes, welches im Rahmen des Symposiums stattgefunden hatte.

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