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Der Catalogus Musicalis in Ecclesia Metropolitana

Als Luigi Gatti 1782 zum Salzburger Hofkapellmeister ernannt wurde, sah sein Anstellungsdekret die Neuordnung der Musikalienbestände vor, "damit der Musique nichtes entzochen werde". Gatti beauftragte den Hofkopisten Joseph Richard Estlinger mit der Aufgabe und dieser fertigte unter dem Titel Catalogus Musicalis in Ecclesia Metropolitana einen Bestandskatalog der Salzburger Dommusik in zwei als identisch geplanten Exemplaren an: eines mit dem Titelzusatz "Archivium" und ein weiteres mit dem Titelzusatz "Gatti".

Durch Nachträge, Korrekturen, Streichungen und Kommentare boten beide Exemplare, die nach Estlingers Tod von verschiedenen Schreibern fortgeführt und ergänzt wurden, um 1820 ein so uneinheitliches Bild, dass der Hofcellist und spätere Domchorregent Joachim Joseph Fuetsch auf Geheiß der Domkustodie eine vollständige aktualisierte Neufassung des Catalogus, neuerlich in zwei Exemplaren, anfertigte.

Um die historischen Bestandskataloge für die gegenwärtige Forschung nutzbar zu machen, wurden im RISM-Projekt nicht nur die Hintergründe der Entstehungsgeschichte der Katalogbände beleuchtet, sondern auch die Katalogeinträge selbst ausgewertet. Dazu wurde eine Datenbank entworfen, die die Komplexität der historischen Bestandskataloge abzubilden imstande ist. Für das Katalogexemplar "Gatti" konnte die Übertragung in die Datenbank bereits abgeschlossen werden. Über Signaturenkonkordanzen konnten die Katalogeinträge mit der RISM-Datenbank verknüpft und so der historische Bestand virtuell rekonstruiert werden.